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Epidemiologische Studie (gepoolte Analyse)

A pooled analysis of magnetic fields and childhood leukaemia. epidemiol.

Gepoolte Analyse zu magnetischen Feldern und Leukämie im Kindesalter.

Von: Ahlbom A, Day N, Feychting M, Roman E, Skinner J, Dockerty J, Linet M, McBride M, Michaelis J, Olsen J, Tynes T, Verkasalo PK
Erschienen in: Br J Cancer 2000; 83 (5): 692 - 698 ( Externe Webseite öffnen PubMed Eintrag, Externe Webseite öffnen Journal Website )

Ziel der Studie (lt. Autor)
Es wurde der Zusammenhang zwischen der Exposition bei magnetischen Feldern von 50-60 Hz und Leukämie im Kindesalter untersucht. Dazu wurde eine gepoolte Analyse durchgeführt, die auf den Rohdaten aus 9 Studien basiert, die in Kanada (McBride et al.), Dänemark (Olsen et al.), Finnland (Verkasalo et al.), Deutschland (Michaelis et al. ), Neuseeland (Dockerty et al.), Norwegen (Tynes et al.), Schweden (Feychting et al.), USA (Linet et al.) und Großbritannien (UK Childhood Cancer Study Investigators) durchgeführt wurden.
Zweitens sollte analysiert werden, ob die Korrektur für bestimmte Confounder (sozioökomischer Status, Mobilität, Grad der Verstädterung, Reihenhaus/freistehendes Haus und der Höhe der Verkehrsabgase) die Ergebnisse verändern.
Drittens sollte mit Hilfe der kombinierten Daten das so genannte Wire-Code-Paradoxon (ein stärkerer Zusammenhang zwischen Ersatzmessungen der magnetischen Felder und Krebs als zwischen direkten Messungen und Krebs) untersucht werden.
Hintergrund/weitere Details:
Es wurden alle neueren Studien berücksichtigt, in denen die Exposition durch 24-stündige bzw. 48-stündige Magnetfeld-Messungen oder mit Hilfe von berechneten Magnetfeldern geschätzt wurde. Für jeden Fall (entsprechend auch für die Kontrollen) wurde die durchschnittliche Exposition im Jahr vor der Diagnose auf der Grundlage der Rohdaten berechnet, um möglichst konsistente Daten aus allen Studien zu erhalten.

Endpunkt/Art der Risikoabschätzung

Abschätzung der Inzidenz mittels relativem Risiko (RR)

Exposition

Expositionsgruppen:

Gruppe 1:  geometrischer Mittelwert der gemessenen magnetischen Felder: < 0,1 µT 
Gruppe 2:  geometrischer Mittelwert der gemessenen magnetischen Felder: 0,1 - 0,2 µT 
Gruppe 3:  geometrischer Mittelwert der gemessenen magnetischen Felder: 0,2 - 0,4 µT 
Gruppe 4:  geometrischer Mittelwert der gemessenen magnetischen Felder: ≥ 0,4 µT 
Gruppe 5:  berechnete magnetische Felder: < 0,1 µT 
Gruppe 6:  berechnete magnetische Felder: 0,1 - 0,2 µT 
Gruppe 7:  berechnete magnetische Felder: 0,2 - 0,4 µT 
Gruppe 8:  berechnete magnetische Felder: ≥ 0,4 µT 
Gruppe 9:  gemessene und berechnete magnetische Felder: < 0,1 µT 
Gruppe 10:  gemessene und berechnete magnetische Felder: 0,1 - 0,2 µT 
Gruppe 11:  gemessene und berechnete magnetische Felder: 0,2 - 0,4 µT 
Gruppe 12:  gemessene und berechnete magnetische Felder: ≥ 0,4 µT 
Referenzgruppe 13:  Wertheimer-Leeper-Konfiguration: sehr gering und unterirdische Verkabelung 
Gruppe 14:  Wertheimer-Leeper-Konfiguration: normal niedrig 
Gruppe 15:  Wertheimer-Leeper-Konfiguration: normal hoch 
Gruppe 16:  Wertheimer-Leeper-Konfiguration: sehr hoch 

Population
Studiengruppe: Kinder im Alter von 0 bis 14 Jahren
Gruppenmerkmale: Leukämie, im US-amerikanischen Teil nur akute lymphatische Leukämie
Beobachtungszeitraum: unterschiedlich für jedes Land
Studienort: Kanada, Dänemark, Finnland, Deutschland, Neuseeland, Norwegen, Schweden, USA, Großbritannien

Studiengröße i Fälle  Kontrollen 
Gesamtanzahl 3 24710 400
Anmerkung: 2704 (83 %) Fälle mit akuter lymphatischer Leukämie

Statistisch signifikante Ergebnisse i

 Gruppe  Exposition  Endpunkt  beobachtete Fälle  erwartete Fälle  Parameter (RR Konfidenzintervall 
12gemessene und berechnete magnetische Felder: ≥ 0,4 µTLeukämie44242,01,27-3,13

Statistische Auswertung mittels logistischer Regression (korrigiert für Alter, Geschlecht)

Ergebnisse/Schlussfolgerung (lt. Autor)
Nur 0,8 % der Kinder waren bei Magnetfeldern von 0,4 µT und mehr exponiert. Es wurde kein Hinweis für ein erhöhtes Risiko für Leukämie im Kindesalter für häusliche Magnetfelder unter 0,4 µT gefunden. Es wurde ein statistisch signifikantes relatives Risiko von 2 für Leukämie bei Kindern mit häuslichen Magnetfeldern von 0,4 µT und mehr gefunden. Es ergab sich keine Änderung in den Ergebnissen nach Korrektur für mögliche Confounder. Die Autoren fanden keinen Hinweis für die Existenz des so genannten Wire-Code-Paradoxons.

(Studienmerkmale: epidemiologische Studie, gepoolte Analyse)

Studie gefördert durch

  • European Union (EU)/European Commission
  • Swedish Medical Research Council (SMRC), Sweden

Zu diesem Artikel veröffentlichte Kommentare:Themenverwandte Artikel i
Glossar: 50/60 Hz, akute lymphatische Leukämie, akuter, Confounder, Diagnose, Endpunkt, epidemiologische Studie, exponiert, Exposition, gepoolte Analyse, Hochspannungsfreileitung, Inzidenz, Kinder, Konfidenzintervall, Krebs, Leukämie, Leukämie im Kindesalter, logistischer Regression, lymphatischer, Magnetfelder, Relatives Risiko, Risiko, signifikantes, statistisch, Wechselstrom, Wertheimer-Leeper-Schema, Wire-Code

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