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Epidemiologische Studie (Fall-Kontroll-Studie)

Mobile phone use and risk of glioma in 5 North European countries. epidemiol.

Mobiltelefon-Nutzung und Gliom-Risiko in 5 nordeuropäischen Ländern.

Von: Lahkola A, Auvinen A, Raitanen J, Schoemaker MJ, Christensen HC, Feychting M, Johansen C, Klaeboe L, Lönn S, Swerdlow AJ, Tynes T, Salminen T
Erschienen in: Int J Cancer 2007; 120 (8): 1769 - 1775 (PubMed | Journal-Webseite)

Ziel der Studie (lt. Autor)
Eine gemeinschaftliche bevölkerungsbezogene Fall-Kontroll-Studie wurde in fünf nordeuropäischen Ländern (Dänemark, Finnland, Norwegen, Schweden, Südost-England) durchgeführt, um einen möglichen Zusammenhang zwischen Glioma und der Nutzung von Mobiltelefonen zu untersuchen.
Diese Studie ist Teil des INTERPHONE-Projekts.
Hintergrund/weitere Details:
Die Studien aus Schweden, Dänemark und England wurden kürzlich veröffentlicht (Publikation 11648, Publikation 11887 und (Publikation 13154). Darüber hinaus berichteten die Autoren kürzlich über eine gemeinschaftliche Analyse zu Akustikusneurinomen, die ebenfalls auf diesen Studien basierte (Publikation 12419).
Regelmäßige Nutzung eines Mobiltelefons wurde als Nutzung für mindestens einmal pro Woche während mindestens 6 Monaten definiert.

Endpunkt/Art der Risikoabschätzung

Abschätzung der Inzidenz mittels Odds Ratio (OR)

Exposition

Expositionsgruppen:

Referenzgruppe 1:  keine oder seltene Nutzung 
Gruppe 2:  regelmäßige Nutzung 
Gruppe 3:  Jahre seit erster Nutzung: 1,5-4 
Gruppe 4:  Jahre seit erster Nutzung: 5-9 
Gruppe 5:  Jahre seit erster Nutzung: ≥ 10 
Gruppe 6:  Lebensjahre der Nutzung: 0,5-4 
Gruppe 7:  Lebensjahre der Nutzung: 5-9 
Gruppe 8:  Lebensjahre der Nutzung: ≥ 10 
Gruppe 9:  Gesamtzahl der Anrufe: 2172 
Gruppe 10:  Gesamtzahl der Anrufe: 2172-7792 
Gruppe 11:  Gesamtzahl der Anrufe: > 7792 
Gruppe 12:  Gesamtnutzungsdauer: < 125 Stunden 
Gruppe 13:  Gesamtnutzungsdauer: 125-503 Stunden 
Gruppe 14:  Gesamtnutzungsdauer: ≥ 503 Stunden 
Gruppe 15:  Gesamtzahl der Anrufe seit erster Nutzung: < 10 Jahre  
Gruppe 16:  Gesamtzahl der Anrufe seit erster Nutzung: ≥ 10 Jahre (≤ 1512 Anrufe) 
Gruppe 17:  Gesamtzahl der Anrufe seit erster Nutzung: ≥ 10 Jahre (> 1512 Anrufe) 
Gruppe 18:  Gesamtnutzungsdauer seit erster Nutzung: < 10 Jahre  
Gruppe 19:  Gesamtnutzungsdauer seit erster Nutzung: ≥ 10 Jahre (≤ 75 Stunden) 
Gruppe 20:  Gesamtnutzungsdauer seit erster Nutzung: ≥ 10 Jahre (> 75 Stunden)  
Gruppe 21:  Nutzung eines analogen Telefons 
Gruppe 22:  Nutzung eines digitalen Telefons 
Referenzgruppe 23:  seltene Nutzung oder Tumor und Telefonnutzung an den gegenüberliegenden Seiten (kontralateral) 
Gruppe 24:  ipsilateral, Jahre seit erster Nutzung: 1,5-4 
Gruppe 25:  ipsilateral, Jahre seit erster Nutzung: 5-9 
Gruppe 26:  ipsilateral, Jahre seit erster Nutzung: ≥ 10 
Referenzgruppe 27:  seltene Nutzung oder Tumor und Telefonnutzung an derselben Seite des Kopfes (ipsilateral) 
Gruppe 28:  kontralateral, Jahre seit erster Nutzung: 1,5-4 
Gruppe 29:  kontralateral, Jahre seit erster Nutzung: 5-9 
Gruppe 30:  kontralateral, Jahre seit erster Nutzung: ≥ 10 

Population

Weitere Parameter ermittelt durch Befragung (Krankengeschichte, höchster erworbener Bildungsabschluss, familiäre Vorgeschichte bzgl. Hirntumoren, frühere Strahlungs-Therapie des Kopf- und Nacken-Bereichs (< 10 Jahre vor dem Referenz-Datum))

Studiengröße i Fälle  Kontrollen 
Anzahl geeignet 2 5306 581
Teilnehmeranzahl 1 5213301
Teilnehmerrate 60%50%

Confounders: sozioökonomischer Status

Statistisch signifikante Ergebnisse i

 Gruppe  Exposition  Endpunkt  Fälle  Kontrollen  Parameter (OR Konfidenzintervall 
26ipsilateral, Jahre seit erster Nutzung: ≥ 10Gliom771771,41,01-1,92

Statistische Auswertung mittels konditionaler logistischer Regression (korrigiert für 5-Jahre-Altersgruppe, Geschlecht, Region, Land)

Ergebnisse/Schlussfolgerung (lt. Autor)
Es wurde kein Nachweis eines erhöhten Gliom-Risikos, was mit einer regelmäßigen Handy-Nutzung verbunden wäre, gefunden. Es wurde kein signifkanter Zusammenhang zwischen den Kategorien der Dauer, den Jahren seit der ersten Nutzung, der Gesamtzahl der Anrufe oder der insgesamten Nutzungsstunden gefunden. Es wurden keine erhöhten Risiken gefunden, wenn analoge und digitale Telefone separat analysiert wurden.
Ein erhöhtes Risiko für einen Tumor auf derselben Seite, wo gewöhnlich das Mobiltelefon verwendet wurde, wurde für eine Nutzung von mehr als 10 Jahren aufgedeckt (Gruppe 26). Der Hinweis auf ein erhöhtes Risiko bei angegebener ipsilateraler Nutzung des Mobiltelefons für mehr als 10 Jahre könnte auf zufälligen oder kausalen Ursachen oder auf Informations-Bias beruhen.

(Studienmerkmale: epidemiologische Studie, Fall-Kontroll-Studie)

Studie gefördert durch

Themenverwandte Artikel i
Glossar: Akustikusneurinomen, analoge, bevölkerungsbezogen, Bias, Confounders, Diagnose, digitale, Endpunkt, epidemiologische Studie, Exposition, Fall-Kontroll-Studie, Gliom, Handy, Hirntumoren, Interphone-Projekts, Inzidenz, ipsilateraler, konditionaler logistischer Regression, Konfidenzintervall, Krankengeschichte, Krebsregister, Lateralität, Matching, Mobilfunk, Neurologie, Onkologie, OR, Risiko, sozioökonomischer Status, statistische, Strahlungs, Therapie, Tumor
Exposition: Mobilkommunikationssystem, analoges Mobiltelefon, digitales Mobiltelefon, persönliches Umfeld

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