Studientyp: Medizinische/biologische Studie (experimentelle Studie)

Melatonin modulates wireless (2.45 GHz)-induced oxidative injury through TRPM2 and voltage gated Ca(2+) channels in brain and dorsal root ganglion in rat med./bio.

[Melatonin moduliert die drahtlos (2,45 GHz) induzierte oxidative Verletzung durch TRPM2 und Spannungs-gesteuerte Ca(2+)-Kanäle im Gehirn und im Spinal-Ganglion der Ratte]

Veröffentlicht in: Physiol Behav 2012; 105 (3): 683-692

Ziel der Studie (lt. Autor)

Es sollte die Wirkung einer Exposition bei einem elektromagnetischen Feld von 2,45 GHz auf das Gehirn und die Spinal-Ganglien von Ratten sowie die eventuell schützende Wirkung von Melatonin untersucht werden.

Hintergrund/weitere Details

4 Gruppen wurden untersucht (n=8 pro Gruppe): 1.) Käfig-Kontrolle, 2.) Schein-Exposition + tägliche Injektion mit Salzlösung, 3.) Exposition und 4.) Exposition + tägliche Injektion mit Melatonin (10 mg/kg).
Bevor die Tiere getötet wurden, wurde ein EEG aufgenommen. Danach wurden die Gehirn-Homogenate und das Spinal-Ganglion auf Hinweise für oxidativen Stress untersucht; die Patch-clamp-Methode und die Bestimmung der intrazellulären Calcium-Konzentration wurden im Spinal-Ganglion durchgeführt.

Endpunkt

Exposition/Befeldung (teilweise nur auf Englisch)

Exposition Parameter
Exposition 1: 2,45 GHz
Modulationsart: gepulst
Expositionsdauer: kontinuierlich für 1 h/Tag an 30 Tagen

Allgemeine Informationen

Rats were treated in the following four groups: i) cage control ii) sham exposure iii) EMF exposure iv) EMF exposure + melatonin administration (10 mg/kg per day)

Exposition 1

Hauptcharakteristika
Frequenz 2,45 GHz
Typ
Expositionsdauer kontinuierlich für 1 h/Tag an 30 Tagen
Modulation
Modulationsart gepulst
Folgefrequenz 217 Hz
Expositionsaufbau
Expositionsquelle
Abstand zw. exponiertem Objekt und Expositionsquelle 1 m
Aufbau rats kept in 15 cm long cylindrical constrainers with a diameter of 5 cm; 8 constrainers positioned radially on a groundplate with the antenna in the center; rats placed with their heads near the antenna
Schein-Exposition Eine Schein-Exposition wurde durchgeführt.
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
elektrische Feldstärke 11 V/m - gemessen - -
Leistungsflussdichte 1 mW/m² - - - -
SAR 0,143 W/kg - berechnet Ganzkörper = 10 V/m
SAR 0,1 W/kg räumlicher Mittelwert berechnet Ganzkörper -

Referenzartikel

  • Naziroglu M et al. (2009): Modulator effects of L-carnitine and selenium on wireless devices (2.45 GHz)-induced oxidative stress and electroencephalography records in brain of rat
  • Gumral N et al. (2009): Effects of Selenium and L-Carnitine on Oxidative Stress in Blood of Rat Induced by 2.45-GHz Radiation from Wireless Devices

Exponiertes System:

Methoden Endpunkt/Messparameter/Methodik

Untersuchtes System:
Untersuchtes Organsystem:
Untersuchungszeitpunkt:
  • nach der Befeldung

Hauptergebnis der Studie (lt. Autor)

Generell gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen der Käfigkontrolle (Gruppe 1) und der Schein-Expositions-Gruppe (Gruppe 2).
In der exponierten Gruppe (Gruppe 3) war die Anzahl der Spikes im EEG im Vergleich zu den Kontrollgruppen (Gruppen 1+2) erhöht. Allerdings wurde kein Unterschied im EEG zwischen der exponierten Gruppe, die mit Melatonin behandelt wurde (Gruppe 4), und den Kontrollgruppen (Gruppen 1+2) gefunden.
Im Spinal-Ganglion der exponierten Ratten (Gruppe 3) war die Zelllebensfähigkeit im Vergleich zu den Kontrollgruppen (Gruppen 1+2) signifikant erniedrigt, jedoch unterschied sich die Zelllebensfähigkeit in der exponierten Gruppe, die mit Melatonin behandelt wurde (Gruppe 4), nicht von den Kontrollgruppen (Gruppen 1+2). Außerdem waren in der exponierten Gruppe (Gruppe 3) das Ausmaß der Lipidperoxidation und die intrazelluläre Calcium-Ausschüttung erhöht im Vergleich zu den Kontrollgruppen (Gruppen 1+2). Wiederum wurden zwischen der exponierten Gruppe, die mit Melatonin behandelt wurde (Gruppe 4) und den Kontrollgruppen (Gruppen 1+2) keine Unterschiede bezüglich der Lipidperoxidation und der intrazellulären Calcium-Ausschüttung gefunden. Die elektrischen Stromdichten der Neuronen waren in der exponierten Gruppe (Gruppe 3) größer als in den Kontrollgruppen (Gruppe 1+2).
In den Gehirn-Homogenaten der exponierten Gruppe, die mit Melatonin behandelt wurde, (Gruppe 4) fand sich eine erhöhte Konzentration an Vitamin E, während die Konzentration an Vitamin E in den anderen Gruppen (Gruppen 1+2+3) keine Unterschiede aufwies.
Die anderen Größen, die auf antioxidative Prozesse im Spinal-Ganglion oder in den Gehirn-Homogenaten hindeuten, wurden durch eine Exposition oder eine Melatonin-Behandlung nicht beeinflusst.
Die Autoren schlussfolgern, dass eine Exposition bei einem drahtlosen Gerät bei 2,45 GHz oxidativen Stress im Spinal-Ganglion hervorrufen und dass Melatonin eine solche Reaktion verhindern könnte.

Studienmerkmale:

Studie gefördert durch

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