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Epidemiologische Studie (Fall-Kontroll-Studie)

Environmental risk factors for sporadic acoustic neuroma (Interphone Study Group, Germany). epidemiol.

Umweltbedingte Risikofaktoren für Akustikusneurinom (Interphone Study Group, Deutschland).

Von: Schlehofer B, Schlaefer K, Blettner M, Berg G, Bohler E, Hettinger I, Kunna-Grass K, Wahrendorf J, Schüz J
Erschienen in: Eur J Cancer 2007; 43 (11): 1741 - 1747 ( Externe Webseite öffnen PubMed Eintrag, Externe Webseite öffnen Journal Website )

Ziel der Studie (lt. Autor)
Es wurden umweltbedingte Risikofaktoren für das sporadische Akustikusneurinom in einer bevölkerungsbezogenen Fall-Kontroll-Studie in Deutschland untersucht.
Hintergrund/weitere Details:
Diese Studie ist Teil des INTERPHONE-Projekts.
Es werden zwei Formen von Akustikusneurinom unterschieden: die sporadische, meist einseitig auftretende Form und die erbliche, meist beidseits auftretende Form.
Regelmäßige Nutzung eines Mobiltelefons wurde definiert als mindestens ein aus- oder eingehender Anruf pro Woche in sechs oder mehr Monaten.

Endpunkt/Art der Risikoabschätzung

Abschätzung der Inzidenz mittels Odds Ratio (OR)

Exposition

Expositionsgruppen:

Referenzgruppe 1:  regelmäßige Mobiltelefon-Nutzung: nie 
Gruppe 2:  regelmäßige Mobiltelefon-Nutzung: jemals 
Referenzgruppe 3:  Zeit seit erster regelmäßige Nutzung: niemals oder < 1 Jahr  
Gruppe 4:  Zeit seit erster regelmäßige Nutzung: 1 - 4 Jahre 
Gruppe 5:  Zeit seit erster regelmäßige Nutzung: 5 - 9 Jahre 
Gruppe 6:  Zeit seit erster regelmäßige Nutzung: ≥ 10 Jahre 
Referenzgruppe 7:  Anzahl der jemals geführten Gespräche: keine  
Gruppe 8:  Anzahl der jemals geführten Gespräche: ≤ 1176 
Gruppe 9:  Anzahl der jemals geführten Gespräche: > 1176 - ≤ 4350 
Gruppe 10:  Anzahl der jemals geführten Gespräche: > 4350 
Referenzgruppe 11:  Dauer der jemals geführten Gespräche: keine  
Gruppe 12:  Dauer der jemals geführten Gespräche: ≤ 44 Stunden 
Gruppe 13:  Dauer der jemals geführten Gespräche: > 44 - ≤ 195 Stunden 
Gruppe 14:  Dauer der jemals geführten Gespräche: > 195 Stunden 
Referenzgruppe 15:  berufliche Exposition: nicht oder nicht hoch exponiert 
Gruppe 16:  berufliches Exposition: hoch exponiert 

Population

  • Fallgruppe
    Männer und Frauen im Alter von 30 bis 69 Jahren
    Diagnose: Akustikusneurinom, histologisch bestätigt
    Beobachtungszeitraum: Oktober 2000 - Oktober 2003
    Studienort: Deutschland (4 Studienregionen)
    Datenquelle: Neurochirurgie-Kliniken in Bielefeld, Heidelberg, Mainz und Mannheim in Deutschland
    Ausschlusskriterien: ungenügende deutsche Sprachkenntnisse, Hauptwohnsitz außerhalb der Studienregion

  • Kontrollgruppe
    Auswahl: bevölkerungsbezogen
    Matching: Geschlecht, Alter, Gebiet, 1:2 (Fall:Kontrolle)
    Ausschlusskriterien: ungenügende deutsche Sprachkenntnisse, Hauptwohnsitz außerhalb der Studienregion
Weitere Parameter ermittelt durch Fragebogen (Exposition bei ionisierender Strahlung und berufsbedingtem Lärm; MRI-Untersuchungen von Kopf und Nacken; Auftreten von bestimmten Krankheiten wie Asthma, Heuschnupfen, Ekzem, Hörverlust, Tinnitus; Rauchgewohnheiten)

Studiengröße i Fälle  Kontrollen 
Anzahl geeignet 105368
Teilnehmeranzahl 97202
Teilnehmerrate 89%55%
Für die Analyse verfügbare Anzahl 97194

Statistische Auswertung mittels konditionaler logistischer Regression (korrigiert für Alter, Geschlecht, sozioökonomischer Status, Studienzentrum, Stadtbewohner (≥ 100 000 Einwohner im Vergleich zu < 100 000))

Ergebnisse/Schlussfolgerung (lt. Autor)
Es wurde kein erhöhtes Risiko für Akustikusneurinom durch regelmäßige Nutzung von Mobiltelefonen beobachtet. Ein nicht-signifikant erhöhtes Risiko wurde bei starker beruflicher Hochfrequenz-Exposition gefunden, jedoch basiert die Analyse auf geringen Zahlen von stark exponierten Personen (7 Fälle und 10 Kontrollen).
Die Exposition bei hochfrequenten elektromagnetischen Feldern hängt nicht mit dem Risiko für Akustikusneurinom zusammen.

(Studienmerkmale: epidemiologische Studie, Fall-Kontroll-Studie)

Studie gefördert durch

  • Bundesamt für Strahlenschutz (BfS; Federal Office for Radiation Protection), Salzgitter, Germany
  • Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (Federal Ministry of the Environment, Nature Conservation, and Nuclear Safety), Germany
  • Deutsches Mobilfunk Forschungsprogramm (DMF; German Mobile Phone Research Programme) at Federal Office for Radiation Protection (BfS)
  • International Union against Cancer (UICC; Union Internationale Contre le Cancer), Switzerland
  • MAIFOR Program (Mainzer Forschungsförderungsprogramm) of the University of Mainz, Germany
  • Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Nordrhein-Westfalen (Ministry for the Environment of the state of North Rhine-Westphalia), Germany
  • Ministerium für Umwelt und Verkehr, Baden-Württemberg (Ministry for the Environment and Traffic of the state of Baden-Württemberg), Germany
  • Quality of Life and Management of Living Resources program of European Union

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Glossar: Akustikusneurinom, analoges, berufliche Exposition, bevölkerungsbezogen, Diagnose, digitales, elektromagnetischen Feldern, epidemiologische Studie, exponierten, Exposition, Fall-Kontroll-Studie, Fragebogen, Hirntumor, histologisch, Hochfrequenz, Interphone-Projekts, Inzidenz, ionisierender Strahlung, Job-Exposure-Matrix, konditionaler logistischer Regression, Krankheiten, Matching, Mobiltelefonen, MRI, OR, Risiko, Risikofaktoren, Schnurlos-Telefonen, signifikant, sozioökonomischer Status, statistische, Tinnitus

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