In Deutschland wird der schienengebundene Nahverkehr (Straßenbahn, U-Bahn, Stadtbahn) größtenteils mit Gleichstrom betrieben. Mit Gleichstrom fahren auch die Hamburger und Berliner S-Bahnen. Alle anderen deutschen S-Bahnen fahren mit dem 162/3-Hertz-Wechselstrom der Bundesbahn. Die Versorgung des schienengebundenen Nahverkehrs erfolgt in der Regel mit 750 V Gleichspannung (internationaler Standard). Die Hamburger und Berliner S-Bahnen werden mit 1200 V bzw. 900 V Gleichspannung betrieben.
Die Energieversorgung der Nahverkehrsstrecken erfolgt über so genannte Gleichrichterwerke, die vom öffentlichen 50-Hertz-Drehstromnetz versorgt werden. Die Gleichrichterwerke befinden sich in Abständen von 500 bis 2000 Metern an den Nahverkehrsstrecken, um die 20- oder 30-kV-Versorgungsspannung auf die erforderliche Gleichspannung herunterzutransformieren und gleichzurichten. Die Stromzuführung erfolgt entweder über eine Oberleitung oder bei S-Bahnen über Stromschienen. Die Stromstärke kann bis zu 4 kA betragen.
Übersichtsdarstellung der Energieversorgung einer Straßenbahn
Auf Grund der niedrigen Fahrdrahtspannungen treten in unmittelbarer Nähe der Nahverkehrsstrecken nur geringe elektrische Feldstärken von maximal 50 V/m auf. Im Fahrzeuginnenraum der Straßen- oder U-Bahnen können magnetische Flussdichten von etwa 150 µT bis maximal 350 µT auftreten. In ungefähr einem Meter Abstand von der Bahnsteigkante werden nur noch etwa 50 µT bis maximal 110 µT gemessen [BfS, FGEU, IEV].
Andere technische Gleichfelder spielen im Hinblick auf eine Gesamtbetrachtung der Einwirkung elektromagnetischer Felder auf die Bevölkerung eine eher untergeordnete Rolle, weil entweder die Feldstärken vernachlässigbar gering sind, zum Beispiel bei Batterien und Akkumulatoren, oder aber die Exposition nur einen begrenzten Personenkreis betrifft. So treten statische Magnetfelder zum Beispiel bei der Deaktivierung von Etiketten der Artikelüberwachung im Handel und in Bibliotheken oder an Arbeitsplätzen in der Magnetindustrie, Elektrochemie und Medizin auf.