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Grundlagen

Texte mit freundlicher Unterstützung der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg LUBW.

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Elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder im Alltag
 
- Einführung in die physikalischen Grundlagen
- Elektromagnetische Felder in der Umwelt des Menschen
 
- Ein kleiner geschichtlicher Rückblick
- Natürliche elektrische und magnetische Gleichfelder
- Technisch erzeugte elektrische und magnetische Gleichfelder
- Technisch erzeugte niederfrequente elektrische und magnetische Wechselfelder
- Technisch erzeugte hochfrequente elektromagnetische Felder
- Biologische Wirkungen
 
- Akute Wirkungen niederfrequenter elektrischer und magnetischer Felder
 
- Wirkungen niederfrequenter elektrischer Felder
- Wirkungen niederfrequenter magnetischer Felder
- Indirekte Wirkungen niederfrequenter Felder
- Akute Wirkungen hochfrequenter elektromagnetischer Felder
- Langzeitwirkungen elektromagnetischer Felder
 
- Epidemiologische Studien zu niederfrequenten Feldern
- Untersuchungen an Zellen und Tieren zu niederfrequenten Feldern
- Studien zu hochfrequenten Feldern
- Befindlichkeitsstörungen - Elektrosensibilität
- Beeinträchtigungen bei Patienten mit Implantaten und Körperhilfen
 
- Potentielle Störfelder im Alltag
- Herzschrittmacher
- Weitere elektronische Implantate
- Grenzwerte
- Quellenverzeichnis

Studien zu hochfrequenten Feldern

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Nur wenige epidemiologische Studien über mögliche Langzeitwirkungen hochfrequenter elektromagnetischer Felder liegen derzeit vor. Ihre Ergebnisse geben keinen Hinweis auf einen Anstieg von Erkrankungen. Vor allem wurden Beschäftigte in den Industriezweigen untersucht, in denen starke hochfrequente Felder verwendet werden. Es konnten aber keine konsistenten Ergebnisse über ausgeprägte Krankheitsbilder bei den Beschäftigten aufgezeigt werden. Die Fälle von Leukämie bei Technikern an Radareinrichtungen werden vor allem auf die gleichzeitige Exposition durch Röntgenstrahlen zurückgeführt.

Eine Reihe von Untersuchungen mit Leistungsflussdichten unterhalb der Schwelle für die Auslösung thermischer Wirkungen deutet unterschiedlichste athermische Effekte an. So zeigten etwa Versuche an Ratten eine schwache Beeinflussung der Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke für die Substanz Albumin. Eine Trübung der Augenlinse wird u. a. auf die starke Exposition durch Mikrowellen zurückgeführt. Es ist aber unwahrscheinlich, dass langzeitige schwache Expositionen, wie sie heute im Alltag vorkommen, zu einer Linsentrübung des Auges führen.

In jüngster Zeit werden auch, nicht zuletzt durch die rasante Verbreitung des Mobilfunks, verstärkt Untersuchungen über eventuelle Langzeitwirkungen bei der Einwirkung von pulsmodulierten Mikrowellen durchgeführt. Unterschiedliche epidemiologische Studien haben sich mit der Häufigkeit von Kopf-, Gehirn-, Hals- und Augentumoren auseinandergesetzt. Obwohl, im Gegensatz zu den meisten negativen Ergebnissen, eine Forschergruppe eine statistisch erhöhte Häufigkeit für Augentumoren findet, bleiben die bisherigen Resultate widersprüchlich und damit fraglich. Bei allen Studien mangelt es an einer ausreichenden Anzahl von Fällen, hinzu kommt die Nichtberücksichtigung einer genügenden Anzahl von Umweltfaktoren und die nur grobe Abschätzung der tatsächlichen Exposition.

Um auch eventuelle kleine Restrisiken für die Bevölkerung durch den Mobilfunk aufzuzeigen, wird zurzeit eine weltweite umfangreiche prospektive epidemiologische Studie unter der Leitung der WHO durchgeführt.

Bei Experimenten kommen in den meisten Fällen noch stärkere Felder zur Anwendung, als sie z.B. beim Telefonieren mit Handys auftreten. Dabei wird davon ausgegangen, dass eventuelle Effekte hierbei deutlicher ausfallen als bei den um den Faktor 10.000 schwächeren Feldern der Basisstationen. Obwohl inzwischen die Ergebnisse aus mehreren hundert Untersuchungen vorliegen, bleiben die so genannte athermischen Effekte widersprüchlich und nicht belegt. So z.B. wurde in einer initialen Untersuchung mit wenigen Probanden ein Einfluss auf den Schlaf ermittelt. Die gleiche Forschergruppe konnte in einer nachfolgenden Wiederholungsstudie mit einem größeren Versuchskollektiv und besserer Standardisierung diesen Effekt nicht zeigen. Ähnlich verhält es sich mit mutmaßlichen Befunden über die Beeinflussung der Gehirnaktivität durch die Felder des Mobilfunks.

Eine australische Studie hat eine breite öffentliche Diskussion über die Einflussnahme der niederfrequent pulsmodulierten Mikrowellen des Mobilfunks auf das Krebsgeschehen ausgelöst. Bei genetisch behandelten Mäusen, bei denen das Krebsgeschehen spontan eingeleitet wird, zeigte sich bei feldexponierten Tieren eine erhöhte Krebspromotion. Allerdings fehlt noch eine unabhängige Überprüfung dieses Effektes. Darüber hinaus sind derartige Wirksamkeiten auf den Menschen nicht direkt übertragbar, da die in dieser Untersuchung maßgeblichen Gene bei Menschen nicht vorkommen.

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Glossar: Albumin, athermische Effekte, athermischen, Augenlinse, Auges, Basisstationen, Blut-Hirn-Schranke, Durchlässigkeit, elektromagnetischer Felder, epidemiologische, epidemiologische Studie, Erkrankungen, Exposition, Gehirn, Gene, genetisch, Handys, hochfrequente, Krebspromotion, Leistungsflussdichten, Leukämie, Mikrowellen, Mobilfunk, niederfrequent, Probanden, prospektive, pulsmodulierten, Ratten, Röntgenstrahlen, Schlaf, statistisch, thermischer Wirkungen, Tieren, WHO