Studientyp: Medizinische/biologische Studie (experimentelle Studie)

Dispositional aspects of body focus and idiopathic environmental intolerance attributed to electromagnetic fields (IEI-EMF) med./bio.

[Aspekte der Neigung zu Körper-Fokussierung und Elektrosensibität (IEI-EMF)]

Veröffentlicht in: Scand J Psychol 2016; 57 (2): 136-143

Ziel der Studie (lt. Autor)

Es sollten die Wirkungen von Körper-Fokussierung während einer Schein-Exposition von elektrosensiblen (EHS) Probanden auf somatische Symptome untersucht werden.

Hintergrund/weitere Details

Eine Fokussierung auf den eigenen Körper (Körper-Fokussierung) kann aus medizinischer Sicht eine unerwünschte Eigenschaft sein, da sie Krankheits-Symptome und die Angst um die eigene Gesundheit verstärken kann. Auf der anderen Seite ist Körper-Fokussierung in der Psychotherapie mit Achtsamkeit, Wohlbefinden und dem Selbstwertgefühl verbunden.
Insgesamt nahmen 72 Probanden (36 mit EHS und 36 gesunde Kontrollpersonen) an der Studie teil. Sie wurden einzeln getestet und ihnen wurde gesagt, dass die Studie das Ziel hat, durch ein Magnetfeld verursachte Symptome zu messen. Die Tatsache, dass keine tatsächliche Exposition stattfinden würde, wurde nicht offenbart.
Die Testpersonen wurden gebeten, ihre rechte Hand zwischen zwei Magnetspulen zu platzieren. Die Teilnehmer erfuhren, dass das MF nicht aktiviert sei (Kontroll-Durchgang). Sie wurden angewiesen, für zwei Minuten zu entspannen und währenddessen über wahrgenommene Symptome zu berichten. Danach wurden die Teilnehmer darüber (fehl)informiert, dass das MF beim nächsten Versuch aktiviert sein würde (Schein-Expositions-Durchgang). Sie wurden gebeten, ihre Hand für zwei Minuten zurück in das Spulensystem zu setzen und wieder über Symptome zu berichten, wie im ersten Durchgang.

Endpunkt

Exposition/Befeldung (teilweise nur auf Englisch)

Exposition Parameter
Exposition 1:
Expositionsdauer: kontinuierlich für 2 Minuten
-

Exposition 1

Hauptcharakteristika
Frequenz
Expositionsdauer kontinuierlich für 2 Minuten
Zusatzinfo Schein-Exposition
Expositionsaufbau
Expositionsquelle
Aufbau right hand was placed on an ergonomic support positioned between the two coils but no field was present
Schein-Exposition Eine Schein-Exposition wurde durchgeführt.
Parameter

Für diese Exposition sind keine Parameter spezifiziert.

Exponiertes System:

Methoden Endpunkt/Messparameter/Methodik

Untersuchtes System:
Untersuchungszeitpunkt:
  • vor der Befeldung
  • während der Befeldung

Hauptergebnis der Studie (lt. Autor)

Die Analyse des Zusammenhangs von Körper-Fokussierung und Elektrosensibilität (EHS) zeigte, dass die somatosensorische Verstärkung einen signifikanten Zusammenhang zu EHS zeigte und der beste Parameter zur Vorhersage von EHS war.
Elektrosensible Patienten berichteten von signifikant mehr Symptomen während des Kontroll-Durchgangs als Kontrollpersonen. Während der Schein-Exposition erhöhte sich die Anzahl an Symptomen bei elektrosensiblen Probanden im Vergleich zum Kontroll-Durchgang signifikant. Es wurden keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Durchgängen in der Kontrollgruppe gefunden.
Bei elektrosensiblen Probanden waren die Veränderungen bei den berichteten Symptomen zwischen den Durchgängen signifikant mit der Angst krank zu werden und dem aktuellen Angst-Zustand positiv korreliert. In der Kontrollgruppe waren die Veränderungen der berichteten Symptome nur signifikant mit der Angst krank zu werden korreliert, jedoch negativ (d.h. Probanden mit Angst krank zu werden zeigten im Schein-Expositions-Durchgang statistisch weniger Symptome als im Kontroll-Durchgang).
Die Autoren schlussfolgern, dass Körper-Fokussierung, insbesondere somatosensorische Verstärkung, ein wichtiger Faktor für elektromagnetische Hypersensitivität und wahrscheinlich auch für deren Ätiologie sein könnte. Diese Ergebnisse könnten bei der Therapie von medizinisch unerklärten Symptomen von Nutzen sein.

Studienmerkmale:

Studie gefördert durch

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